Wie hoch ist die Maklerprovision in Bayern bzw. München und wer muss sie wann bezahlen?

Maklerprovision in Bayern Muenchen

27.09.2016

Dieser Artikel gibt einen Überblick über das Thema Maklerprovision in Bayern, wobei mehr Wert auf die sinnvolle Anwendbarkeit der Informationen gelegt wurde, als auf rechtliche Spitzfindigkeiten.

Die entscheidenden Fragen und Themen sind:
1. Was bedeutet das Bestellerprinzip?
2. Wie hoch ist normalerweise die Maklerprovision in Bayern?
3. Wer bezahlt den Makler?
4. Warum “ganz billig” beim Makler nicht immer die beste Lösung ist (und ganz teuer auch nicht) und wie es mit dem Verhandeln aussieht.
5. Einige Kriterien, die dabei helfen können herauszufinden, ob Ihr ins Auge gefasster Makler sein Geld wert ist.
6. Wann ist die Maklerprovision zur Zahlung fällig?
7. Zusammenfassung zum Thema „Maklerprovision in Bayern bzw. München“

1. Was bedeutet das Bestellerprinzip?

Das Bestellerprinzip, welches im Juni 2015 als Gesetz in Kraft trat, besagt vereinfacht, dass, wenn ein Vermieter den Makler mit der Suche eine Mieters beauftragt, dieser Vermieter „der Besteller“ ist und somit den Makler zu bezahlen hat. Das kann man richtig oder falsch finden, dieses Gesetz wurde so im Bundestag verabschiedet.

Dieses Bestellerprinzip gilt NICHT für den Immobilienverkauf. Beim Immobilienverkauf ist die Maklerprovision innerhalb des legalen Rahmens frei verhandelbar.

2. Wie hoch ist normalerweise die Maklerprovision in Bayern?

Bei der Vermietung beträgt die Maklerprovision in Bayern bei Wohnimmobilien im Normalfall zwei Monatskaltmieten zzgl. Mehrwertsteuer. Wie schon angesprochen muss hier der Vermieter die Kosten übernehmen.

Beim Immobilienverkauf gibt es hinsichtlich der Maklerprovision natürlich keine Preisbindung. Sie ist somit frei verhandelbar und liegt in der Gesamtsumme zumeist zwischen 3% und 7% zzgl. MwSt. Der IVD Immobilienverband empfiehlt für Bayern jeweils 3% zzgl. MwSt. für Verkäufer und Käufer. Bezüglich der Maklerprovision in München empfiehlt er 2,38% für den Verkäufer und 3,57% für den Käufer, hier jeweils bereits inklusive Mehrwertsteuer.

Anmerkung: Ich persönlich passe meine Konditionen den entsprechenden Kaufpreise an, d.h. je höher der Kaufpreis, umso geringer der Gesamtprozentsatz. Der Aufwand ist pro Immobilie ähnlich und so sind meine „Gebührensätze“ bei großen Einfamilienhäusern in Prozent günstiger als bei einer 2-Zimmerwohnung.

3. Wer bezahlt den Makler?

Wie unter 2. schon beschrieben übernimmt die Maklerprovision bei der Vermietung der Vermieter, beim Verkauf ist es frei verhandelbar. Manchmal macht es auch Sinn, dass der Verkäufer die Vermittlungsgebühr vollständig übernimmt. Allerdings ist dies dann auch im Preis bereits berücksichtigt.

4. Warum ”ganz billig” beim Makler nicht immer die beste Lösung ist (und ganz teuer auch nicht) und wie es mit verhandeln aussieht.

Jeder Makler arbeitet nach seinem eigenen „Verkaufsmodell“, damit meine ich die Art und Weise, wie er versucht die Immobilie bestmöglich an den Mann, bzw. die Frau zu bringen. Es gibt Immobilienbüros, die machen es mit einfachen Mitteln und andere sind da kreativ und investieren mehr in die Werbung, da sie der Meinung sind, dass sich dies beim Verkauf bezahlt macht.

Genauso wie man nicht in ein Autohaus geht und dem Verkäufer lediglich sagt, dass man ein Auto kaufen möchte (also ohne Marke, Modell, Ausstattung), so ist ein Maklerbüro hinsichtlich der Dienstleistung und Maklerprovision nicht gleich einem anderen Maklerbüro.

Vielleicht dazu ein Beispiel – Sie können dann Ihre Schlüsse selbst ziehen:

Eine Immobilie wird für 500.000,- Euro verkauft. Das Maklerbüro E verlangt 3,57% vom Käufer, das Maklerbüro F verlangt auch 3,75 % und zusätzlich vom Verkäufer 1,8%. Das ist zuerst einmal ein Mehraufwand von 9.000,- Euro für den Verkäufer. („….als würden die Makler nicht schon genug verdienen!“)

Betrachten wir jetzt aber mal die unterschiedliche Auftrags-Abwicklung dieser beiden Büros:

Das Büro E, mit der geringeren Maklerprovision, existiert seit 7 Jahren, macht 70% Vermietung und 30% Verkauf, inseriert seine Objekte im Immobilienscout, hat einige hundert vorgemerkte Kunden und schaltet ab und zu eigene Anzeigen und ist ganz erfolgreich.

Hingegen hat das Büro F, weil es seit mehr als 20 Jahren am Markt ist, an die 4.000 vorgemerkte Käufer, inseriert statt auf zwei sogar auf sieben Internetportalen, hat nur Profis im Büro arbeiten, das Telefon sieben Tage die Woche besetzt, fast schon eine eigene Werbeabteilung und trotzdem ist der Chef noch Ansprechpartner, so dass die Qualität sichergestellt ist. Vermutlich erreicht dieses Büro F mindestens doppelt so viele Interessenten, da es nicht nur aktuell Suchende, sondern auch eine Kartei von Käufern hat, die immer wieder kaufen, wenn etwas Passendes angeboten wird.

Schlüsselfrage: Kann das Büro F diese zusätzlichen 9.000,- Euro Maklergebühr kompensieren, d.h. wird der Makler diesen Betrag für den Auftraggeber (Verkäufer) wieder hereinholen?

Tipp: 1. Normalerweise kann man es mehr als kompensieren, solange der Verkauf in einem Immobilienmarkt stattfindet, in dem die Nachfrage gut bis sehr gut ist. Wenn sich aufgrund einer weitreichenden Werbung für das Objekt, eine größere Anzahl an Interessenten melden, ist es einfach wahrscheinlicher, dass ein Käufer die Immobilie für sich persönlich höher bewertet und somit etwas teurer kauft. 2. Es geht nicht nur um das Geld, es geht auch um die Sicherheit und den „stressfreien Verkauf“. Der etwas teurere Profi kann dies gewöhnlich beides liefern.

Allerdings sollte man als Verkäufer Wucher Provisionen natürlich ablehnen.

Sollte man mit einem Maklerbüro über die Provision verhandeln?

Tipp: Wäre ich Eigentümer, der aktuell eine Immobilie über ein Maklerbüro verkaufen möchte, würde ich nicht verhandeln. Ich würde dem Makler nicht einen Teil wegnehmen. Ich würde ihn vielmehr bezüglich des Preises und seines Engagements in die Pflicht nehmen. „O.K., Herr Makler F., ich weiß, dass Ihre Konditionen nicht die günstigsten sind. Ich glaube aber, dass Sie der richtige Makler für meine Immobilie sind. Daher gebe ich Ihnen den Auftrag. Dafür erwarte ich natürlich ein entsprechendes Engagement und dass als Resultat, der Kaufpreis erreicht wird, den Sie mir als realistisch zugesagt haben. Sind wir uns da einig?“ (Wehe, Sie verwenden diesen Satz beim Gespräch mit mir. Das gilt natürlich nur für die anderen Maklerkollegen 😉

 

Haben Sie bereits eine Vorstellung was Sie für Ihre Immobilie preislich erzielen können? Lesen Sie meine Artikel über die Immobilienpreise in München oder fordern Sie eine kostenlose Wertermittlung über das hinterlegte Formular an.  

 

5. Einige Kriterien die dabei helfen können herauszufinden, ob Ihr ins Auge gefasster Makler sein Geld wert ist.

– Ist seine Preiskalkulation Ihrer Immobilie nachvollziehbar und fundiert?

– Hat er ein vielversprechendes Werbekonzept mit mehr als genügend Möglichkeiten, um an potentielle Käufer zu kommen, nicht nur an Interessenten, die sich über die Internetportale Immowelt und Co. melden? Hat er z.B. eine Art eigene Immobilienzeitung mit denen er eine bestimmte Zielgruppe regelmäßig anschreibt? Hat er Bestandskunden, die regelmäßig kaufen?

– Haben die Mitarbeiter seines Unternehmens Erfahrung und betreiben ausreichend Weiterbildung, so dass sie wirklich Profis sind. (z.B. IVD Weiterbildungsgütesiegel)?

– Hat das Maklerbüro eine Internetpräsenz, die über das gewöhnliche deutlich hinausgeht? Vergleichen Sie einfach einige Internet Websites?

– Möchten Sie lieber ein großes Maklerbüro mit vielen Mitarbeitern oder ein kleines Immobilienunternehmen mit direktem Draht zum Inhaber? Beides hat seine Vorteile. Im Zweifelsfall machen Sie einen Termin mit je einem Vertreter beider „Typen“.

– Liefert das Büro den Service von A-Z für Sie als Verkäufer, wie auch für den Käufer?

– Steht die Maklerprovision in Relation zum Service?

6. Wann ist die Maklerprovision in Bayern bzw. München zur Zahlung fällig?

Generell ist die Vermittlungsgebühr bei der Vermietung mit Abschluss des Mietvertrages zu bezahlen. Wenn ein Makler einen Vermieter hat, der gerade etwas knapp mit dem Geld ist, dann kann man es natürlich auch mit der ersten Miete und/oder zweiten Miete vereinbaren.

Beim Immobilienverkauf ist die notarielle Beurkundung der früheste Moment, in welchem die Rechnung überreicht wird. Der Käufer überweist normalerweise innerhalb weniger Tage, da er sowieso im Rahmen seiner Finanzierung die Erwerbsnebenkosten eingeplant hat. Der Verkäufer überweist entweder ebenfalls zeitnah nach dem Notartermin oder mit dem Geldeingang des Kaufpreises. Dies sollten Makler und Verkäufer am besten schon mit der Beauftragung des Maklers kurz ansprechen.

7. Zusammenfassung zum Thema „Maklerprovision in Bayern bzw. München“

Die Maklerprovision ist bei der Vermietung im Normalfall vom Vermieter zu zahlen und gewöhnlich mit dem Abschluss des Mietvertrages fällig. (auch wenn der Makler vielleicht hinterher noch bei der Übergabe zugegen ist.) Sie beträgt 2 Monatskaltmieten zzgl. Märchensteuer.

Beim Verkauf gibt es territoriale Unterschiede:

Die Maklerprovision in Bayern beträgt zwischen 3 und 7% zzgl. Mehrwertsteuer, ist frei verhandelbar und wird normalerweise mit der notariellen Beurkundung fällig. Individuelle Absprachen sind immer möglich.

Die Maklerprovision in München liegt häufig zwischen 3 und 6% zzgl. MwSt.

Der billigste Makler kann zum Teuersten werden, wenn der Kaufpreis den er erzielt ungenügend ist oder er durch Fehler den Verkauf insgesamt gefährdet.

Daher – machen Sie sich ein Bild vom Immobilienmarkt und wählen Sie Ihren Makler mit Bedacht aus. Der Mehraufwand wird sich ganz bestimmt lohnen.

Kontaktieren Sie mich, wenn Sie Ihre Immobilie veräußern wollen. Der erste Termin ist immer kostenfrei und unverbindlich.

Möchten Sie noch mehr Informationen rund ums das Thema Immobilienverkauf? Laden Sie mein Ebook Verkaufsratgeber dazu herunter.

Herzliche Grüße,

Rainer Fischer
Ihr Immobilienmakler München für den stressfreien Verkauf

Rainer Fischer, Immobilienmakler für München und Umgebung
Inhaber Rainer Fischer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Textquellen-Hinweis: Dieser Artikel über die Maklerprovision in Bayern, bzw. München wurde verfasst von Rainer Fischer, Immobilienmakler seit fast 25 Jahren mit Erfahrung aus 900 Immobilienverkäufen. Er ist Marktberichterstatter für den IVD (Immobilienverband Deutschland), schreibt regelmäßig Immobilienmarktberichte für die einzelnen Stadtteile und trägt das Weiterbildungszertifikat 2016 des IVDs.


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Titelphoto: weyo / bigstockphoto.com


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