Immobilienmakler-Ausbildung

10.02.2018

Eine Tätigkeit als Immobilienmakler bietet aussichtsreiche berufliche Perspektiven. Und das nicht nur unbedingt jetzt, wo der Immobilienmarkt in Deutschland boomt. Wie kann man Immobilienmakler werden? Welche Voraussetzungen sind nötig und welche Ausbildung?

Keine Ausbildung für Immobilienmakler vorgeschrieben

Um es gleich vorweg zu nehmen: Um den Beruf des Immobilienmaklers auszuüben, ist keine spezifische Ausbildung vorgeschrieben. Man benötigt einen Gewerbeschein, weiterhin verlangt § 34c der Gewerbeordnung, dass Immobilienmakler, Bauträger oder Baubetreuer eine behördliche Erlaubnis erhalten müssen, um als Vermittler tätig zu werden.

Die behördliche Erlaubnis ist bei der für die Gewerbevergabe zuständigen Behörde der örtlichen Gemeindeverwaltung einzuholen. Voraussetzungen sind Nachweise über persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse. In den letzten fünf Jahren vor dem Antrag darf man nicht straffällig werden, ein Insolvenzverfahren gegen sich laufen oder eine unbezahlte Steuerschuld haben.

Und noch eins vorweg…

Manchmal trifft man auf die Vorstellung, dass es sehr einfach wäre, Immobilienmakler zu sein und für wenig Arbeit viel Provision einzukassieren. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich das so nicht unterschreiben. Es erfordert im Gegenteil jede Menge Einsatz, ein Immobilienbüro am Laufen zu halten und durch die Provisionseinnahmen alle anfallenden Kosten für Personal, Werbung etc. zu decken und insgesamt erfolgreich zu sein.

Wer die Branche verfolgt, muss zur Kenntnis nehmen, dass die meisten, die sich als (selbständiger) Immobilienmakler versuchen, den Job über kurz oder lang wieder aufgeben, es ist also nicht ganz so einfach. Meiner Meinung nach kann man erst bei Immobilienmaklern, die sich vielleicht 5 Jahre oder mehr am Markt halten konnten, davon ausgehen, dass sie es auch noch länger schaffen und auf Dauer erfolgreich sein können. Ausnahme wären natürlich Makler, die einen festen Auftraggeber haben und der sie beliefert.

Dass eine erfolgreiche Tätigkeit als Immobilienmakler erst recht nicht auf Dauer möglich ist, wenn man kaum branchenspezifische Kenntnisse mitbringt, dürfte einleuchten. Auch wenn das Gesetz keine Ausbildung vorschreibt, sollte man als Makler fundierte Kenntnisse haben. Wie man die bekommt, bleibt einem aber grundsätzlich selbst überlassen. Um Anhaltspunkte zu erhalten, welche Kenntnisse man sich als künftiger Makler aneignen muss, schauen wir uns kurz an, was ein Immobilienmakler können muss und gehen dann auf die verschiedenen Möglichkeiten ein, sich die entsprechenden Kenntnisse anzueignen.

Was muss ein Makler können?

Das erschließt sich am besten, wenn man sich die eigentlichen Tätigkeiten eines Maklers anschaut. Der Arbeitsalltag eines Maklers besteht überwiegend aus folgenden Tätigkeiten:

  • Marketing für die Auftragsbeschaffung
  • Kundenakquise
  • Wertermittlung von Immobilien
  • Behördenkontakte, Informations- und Dokumentbeschaffung, Aufklärung von Vorschriften
  • Verkaufswerbung
  • Besichtigungen von Immobilien
  • Interessentenberatungen
  • Verkaufsverhandlungen
  • Vertragsabwicklung beim Notar

Als Minimalanforderung für eine erfolgreiche Arbeit sind erhebliche Kenntnisse in den Bereichen Werbung und Marketing, über den Immobilienmarkt und im Immobilienrecht nötig. Weiterhin erforderlich sind ein guter und gekonnter Umgang mit Menschen sowie Verkaufs- und Verhandlungstalent.

Ausbildung zum Immobilienkaufmann/-kauffrau

Immobilienverbände empfehlen vor einer Tätigkeit als Immobilienmakler auch eine vorherige Ausbildung zum Immobilienkaufmann. Bei diesem etwa 2,5 Jahre dauernden staatlich anerkannten Ausbildungsberuf werden die fachlichen Grundlagen der Immobilienbranche auf einer breiten Basis vermittelt.

Angestellte Immobilienkaufleute arbeiten bei Immobilienmaklern, in Immobilienabteilungen von Banken oder Versicherungen, in Wohnbauunternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung. Zum Tätigkeitsfeld eines Immobilienkaufmanns gehören Immobilienkauf und -vermittlung, Finanzierungberatung, Objektbesichtigungen, Bau- und Sanierungsfragen sowie Objektverwaltung.

Die Ausbildung zum Immobilienkaufmann beginnen meist Schulabgänger mit Abitur, in geringerem Umfang Realschule oder Hauptschule. Die Ausbildung selbst findet dann meist dual im Wechsel zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb statt. Vermittelte Inhalte umfassen u. a. Kundengespräche, das Durchführen von Besichtigungen, Werbeaktionen, Vorbereitung von Verträgen.

Das sind schon einmal die wichtigsten Grundkenntnisse für eine Tätigkeit als Immobilienmakler.

IHK und IVD-Ausbildungen, Hochschulen

Kurze Ausbildungen, die einen Grundstock an Wissen für das Arbeiten als Immobilienmakler vermitteln, bieten die Industrie- und Handelskammern oder der Immobilienverband Deutschland bzw. assoziierte Institutionen an. Diese Angebote umfassen ein gewisses Maß an Wissen, das man als Immobilienmakler braucht und dauern zwei Wochen Vollzeit bzw. acht aufeinander folgende Wochenenden. Neben Lehrgängen direkt für Immobilienmakler gibt es einige zusätzliche Lehrgänge, etwa für Verkaufstraining oder zum Miet-/WEG-Berater u. a.

Diese Kurse beinhalten eine abschließende Prüfung und bundesweit anerkannte Abschluss-Zertifikate.

Bei der IHK gibt es im Anschluss einen weiterführenden 10-wöchigen Lehrgang zum IHK-Fachwirt, der die Leitung, Koordination und Überwachung kaufmännischer Bereiche oder von Firmen der Immobilienwirtschaft umfasst und gleichzeitig die Hochschulreife mit sich bringt.

Einige Hochschulen bieten eigene Studiengänge im Bereich Immobilienwirtschaft an, die Universität Regensburg oder die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin z. B. mit Schwerpunkt Grundstücks- und Wohnungswesen.

Quereinsteiger

Vor allem Personen, die schon in der Immobilienwirtschaft tätig waren und einen soliden Grundstock an Wissen mitbringen, bringen wichtige Voraussetzungen für eine Betätigung als Immobilienmakler bereits mit. Das betrifft den weiter oben beschriebenen Immobilienkaufmann, aber auch andere fachnahe Berufsgruppen wie Fachleute in der Gebäudebewirtschaftung, Facility-Manager, Versicherungsfachleute. Viele Immobilienmakler haben einen betriebswirtschaftlichen oder kaufmännischen Hintergrund. Und mit einer angemessenen Weiterbildung und etwas Talent können sie sich als Immobilienmakler Schritt für Schritt einarbeiten.

Ausbildung beim Franchise-Makler

Einige Maklerfirmen in Deutschland arbeiten mit einem Franchise-System und eröffnen Neu- und Quereinsteigern manchmal attraktive Optionen, um im Maklergeschäft Fuß zu fassen. Von Fall zu Fall werden größere oder geringere Vorkenntnisse verlangt, aber, war der Einstieg erfolgreich, bieten die Franchise-Firmen oft gute Ausbildungs- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Franchisenehmer bzw. angehenden Makler profitieren von einem guten Ruf und einer etablierten Marke und erhalten Hilfe bei der Kundenakquise, beim Marketing und der Auftragsabwicklung. Die Franchise-Geber bieten (hauseigene) Schulungen und/oder Handbücher, Netzwerk-Partner können bei Spezialfragen helfen.

Anfangs fallen aber auch Kosten für die Teilnahme am System an. Man sollte auch auf die Seriosität des Anbieters achten. Gute Zeichen sind langjähriger Bestand und gute Bewertungen. Die erfolgreiche Arbeit bei einem Franchise-Partner kann ein guter Einstieg ins Immobiliengeschäft sein, bei dem man jede Menge Praxiswissen und Erfahrung für eine eigene selbständige Tätigkeit sammeln kann, bei guter Zusammenarbeit kann man die Partnerschaft natürlich auch auf Dauer fortsetzen.

Fortbildungspflicht

Am 1. August 2018 tritt das „Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienverwalter und Makler“ in Kraft. Es verlangt u. a. eine regelmäßige Fortbildung für Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter. Diese müssen dann alle 3 Jahre insgesamt 20 Stunden Fortbildung, z. B. in Kundenberatung, Maklergeschäft, Recht, Verbraucherschutz, Steuern, Finanzierung bei der zuständigen Behörde nachweisen. Wird der Nachweis nicht erbracht, drohen Bußgelder.

Immobilienverbände halten das neue Gesetz insgesamt für zu lasch, ihnen geht die Fortbildungspflicht nicht weit genug. Verschiedene Verbände fordern seit langem einen „Sachkundenachweis“, bei dem Makler und Verwalter regelmäßig im Abstand von einigen Jahren von den Industrie- und Handelskammern überprüft werden. Wenn es nach den Immobilienverbänden geht, soll es aber künftig einen umfassenderen Sachkundenachweis für Immobilienmakler und -verwalter geben, wofür sie sich auch in der laufenden Legislaturperiode weiter einsetzen wollen.

Ob nun mit oder ohne Ausbildung oder gar Studium, ob es nun gesetzlich vorgeschrieben ist oder nicht, Immobilienmakler sollten sich ständig über Neuigkeiten im Immobilienbereich, im Immobilienrecht und fachnahen Bereichen auf dem Laufenden halten und weiterbilden und auch altes Wissen wiederauffrischen. Solche Fortbildungsmaßnahmen sind vor allem bei zertifizierten Weiterbildungsträgern empfehlenswert.

Herzliche Grüße,

Rainer Fischer
Ihr Immobilienmakler München für den stressfreien Verkauf

Rainer Fischer, Immobilienmakler für München und Umgebung
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Rainer Fischer ist seit fast 25 Jahren als ein seriöser Immobilienmakler in München tätig und hat in diesem Zeitraum an die 1.000 Immobilien verkauft. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung bietet er Immobilienbesitzern seine professionelle Hilfe für einen stressfreien Immobilien Verkauf an. Rufen Sie ihn an Tel. +49 89-131320 oder senden Sie ihm eine E-Mail über unsere Kontakt Seite.


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