Woran der Immobilienverkauf scheitern kann

Immobilienverkauf scheitert

02.05.2019

Immobilienverkäufe gehen oft nicht völlig problemfrei über die Bühne. Manchmal will ein Verkauf auch gar nicht klappen. Es gibt praktisch immer irgendwelche Details, die erst mal fachgerecht gehandhabt werden müssen, damit ein erfolgreicher Verkauf zustande kommt. In diesem Artikel wollen wir einige übliche und auch besonderen Umstände, die sich in der Praxis immer wieder zeigen, beleuchten, die einen Verkauf behindern oder scheitern lassen können – und welche Möglichkeiten es gibt, damit erfolgreich umzugehen.

 

Inhalt

1. Falscher Angebotspreis

2. Schlechtes Exposé

3. Immobilie in nicht akzeptablem Zustand

4. Fehlende Unterlagen

5. Verhandlungsfehler

6. Anderen Interessenten absagen – Fixierung auf einen bestimmten Kaufinteressenten

7. Käufer hofft auf Finanzierung und rennt von Bank zu Bank

8. Käufer hat sich nicht entschieden, sucht weiter und findet etwas anderes

9. Der Käufer ist ein „Angsthase“

10. Befreundeter „Fachmann“ pfuscht beratend dazwischen

11. Es tauchen Mängel auf

Fazit

 

1. Falscher Angebotspreis

Wer eine Immobilie verkaufen will, sie aber zu einem zu hohen Preis anbietet, hat normalerweise schlechte Karten. Grundsätzlich will niemand Geld verschenken, so geht es auch potenziellen Kaufinteressenten, die sehr genau überlegen, wieviel Geld sie für den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ausgeben wollen und die den Markt und die üblichen Immobilienpreise meist sehr genau im Auge haben.

Ein marktgerechter Angebotspreis ist das A und O, wenn man eine Immobilie zum Verkauf anbietet. Man kann sich unter Umständen selbst ein Bild vom Wert der eigenen Immobilie machen, indem man den Angebotsmarkt genau beobachtet und offizielle Verkaufsstatistiken und -preise mit einbezieht oder man lässt gleich eine professionelle Wertermittlung durch einen Immobilienmakler oder einen Gutachter vornehmen.

Wie merkt man, dass der Preis zu hoch ist?

Hinweise darauf, dass etwas mit dem Angebotspreis nicht stimmt, sind vor allem, dass sich entweder keine Interessenten auf Ihr Angebot hin melden, oder dass sich vielleicht jede Menge Interessenten melden, am Ende aber keiner Ihre Immobilie kaufen will. Die Interessenten wirken gelangweilt und man hört nie wieder von ihnen.

Natürlich bedeuten fehlende Interessenten oder Absagen nicht automatisch einen verfehlten Angebotspreis. Schließlich kann es auch sein, dass das Angebot einfach verkehrt aufgebaut oder nicht attraktiv genug gestaltet ist oder die für einen Kauf geeigneten Interessenten nicht erreicht werden oder sonst etwas mit der Immobilie nicht stimmt. Ein Indiz ist es aber allemal, und man sollte den Preis prüfen, wenn es mit den Interessenten nicht weiter geht.

Zu niedriger Angebotspreis

Ist der Preis in Bezug zum eigentlichen Marktwert zu niedrig angesetzt, nimmt man evtl. nicht nur zu wenig Geld ein, sollte der Verkauf klappen. Es ist auch so, dass potenzielle Käufer, bei denen man immer davon ausgehen muss, dass sie den Markt im Auge haben, eventiell misstrauisch werden und bei der Immobilie möglicherweise irgendwelche versteckten Mängel vermuten und sich deshalb zurückhalten. Beim aktuellen Markt ist dies allerdings normalerweise nicht so.

Falscher Angebotspreis und „unverkäufliche Immobilie“

Letztlich kann man eine Immobilie mit einem falschen Angebotspreis sogar unverkäuflich machen. Denn bleibt die Immobilie aufgrund des falschen Angebotspreises eine Weile unverkauft, kann ein Teufelskreis einsetzen. Interessenten beobachten den Markt oft langfristig und merken, wenn ein Objekt lange am Markt ist. Sie werden misstrauisch und halten sich vom Kauf zurück, eben weil die Immobilie über längere Zeit nicht verkauft wird, denn „es wird schon etwas faul daran sein“. Letzten Endes wird ein Verkauf schwieriger umso länger er sich hinzieht. Unter Umständen ist die Immobilie, selbst wenn sie objektiv vielleicht gut ist, nicht mehr loszukriegen ohne dass man deutlich mit dem Preis runtergeht, viel an der Immobilie macht, renoviert etc.

Manchmal hilft dann nur noch, die Immobilie aus dem Markt zu nehmen, neue Fotos zu schießen und das Objekt dann 4 Wochen später, sozusagen in einem anderen Gewand, wieder einzustellen.

 

2. Schlechtes Exposé

Dem Exposé, dem „Steckbrief“ für Ihre Immobilie, kommt tatsächlich eine größere Bedeutung zu als oftmals gedacht; denn es vermittelt Interessenten ein erstes und aussagekräftiges Bild und soll das Interesse der potenziellen Käufer wecken. Ein schlecht zusammengestelltes Exposé mit selbst gemachten Handyfotos etc. kann den gesamten Werbeprozess vermasseln. Die potenziellen Käufer wollen das reale Objekte erst gar nicht sehen, wenn das Exposé einen unattraktiven Eindruck davon vermittelt. Ihre Immobilie muss für die richtige Zielgruppe sozusagen ins rechte Licht gesetzt werden. Natürlich wird man keine falschen oder irreführenden Informationen darin aufnehmen, aber man wird doch versuchen, die Immobilie möglichst vorteilhaft darzustellen. Vor allem bei den Fotos lohnt es sich, sich eine gute Weitwinkelkamera zu besorgen oder gleich einen professionellen Fotografen zu engagieren. Auch Immobilienmakler sind natürlich mit dem entsprechenden Equipment ausgerüstet, da sie ständig gute Exposés für die Verkaufswerbung bereitstellen müssen. 

 

3. Immobilie in nicht akzeptablem Zustand

Interessenten können von Objekten in schlechtem Zustand schnell abgeschreckt sein, wollen sie gar nicht erst sehen oder gehen gleich wieder. Manchmal ist der Zustand gar nicht so schlecht, aber es sieht einfach schlecht aus. Wie dem auch sei, man muss dafür sorgen, dass die Immobilie für die angehenden Käufer akzeptabel ist, es darf nichts geben, was einfach zu abschreckend wirkt. Manchmal muss man auch etwas investieren, Renovierungsarbeiten vornehmen, sanieren. Manchmal genügt es, wenn man einfach etwas aufräumt oder ein paar Wände streicht, um einen ausreichenden Effekt zu erzielen. Hier muss man die nötigen Abwägungen treffen, welche Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen zu treffen sind und sie durchführen. Den Rasen mähen mag dazu gehören, ebenso überflüssige Dekoartikel wegzuschaffen. Expertentipps können hilfreich sein. Zum Beispiel bieten sog. Home-Staging Dienste an, Immobilien optimal für einen Verkauf vorzubereiten; gute Immobilienmakler werden ebenso aus ihrem professionellen Standpunkt heraus zuverlässig sagen können, was nötig ist und was nicht.

Die Immobilie besichtigen lassen, bevor sie bereit ist

Ein gern gemachter Fehler ist auch, die Immobilie zur Besichtigung frei zu geben, bevor sie für eine Präsentation bereit ist. Generell ist das Interesse an einer Immobilie am größten, wenn sie zum ersten Mal zum Verkauf ausgeschrieben wird. Verkäufer wollen aber manchmal keine Zeit verlieren und die Immobilie sofort anbieten. Interessenten bekommen dann eine schlecht vorbereitete Immobilie präsentiert und werden verprellt. Wie beim falschen Angebotspreis kann sich die „Unverkäuflichkeits-Spirale“ öffnen, die Immobilie ist nicht loszubekommen oder muss unter Preis verkauft werden. Man sollte daher darauf achten, dass die Immobilie für eine Vorführung bereit ist, bevor man loslegt.

 

4. Fehlende Unterlagen

Bei einem Immobilienverkauf wird eine ganze Reihe an Unterlagen benötigt. Bei manchen dauert das Herbeischaffen ziemlich lange, besonders wenn der Eigentümer anderenorts wohnt. Die meisten Immobilienkäufe werden heutzutage über eine Bank finanziert und die Käufer benötigen die Unterlagen, weil die Bank die Finanzierung anhand dieser Dokumente prüft. Liegen die nötigen Unterlagen nicht vor, führt das unweigerlich zu Verzögerungen. Mindestens zieht sich der Verkauf in die Länge, vielleicht werden Interessenten aber auch durch fehlende Unterlagen verprellt, weil sie misstrauisch werden und schließlich scheitert der Verkauf. Unterlagen, wie ein aktueller Grundbuchauszug, Lageplan, Grundrisszeichnungen, bautechnische Zeichnungen, Energieausweis etc. sollten auf jeden Fall bei Verkaufsstart verfügbar sein.

 

5. Verhandlungsfehler

Menschen sind verschieden und reagieren unterschiedlich. Darauf muss man sich bei Verkaufsgesprächen natürlich einstellen. Bei manchem Kaufinteressenten mag schon ein unüberlegtes Wort genügen – und die komplette Verhandlung scheitert. Evtl. ist es nicht nötig, sich mit allzu empfindlichen Charakteren weiter zu befassen und man lässt sie besser ihres Weges ziehen. Allerdings lauern echte Interessenten, die für den Kauf Ihrer Immobilie in Frage kommen, vielleicht nicht gerade an jeder Ecke. Verhandlungsgeschick zahlt sich daher aus. Es kann sein, dass potenzielle Käufer ihr Interesse verlieren, wenn die Verhandlungen zäh sind oder sich zu sehr in die Länge ziehen.

Man hat es nicht immer direkt selbst in der Hand, manchmal liegt es auch wirklich am Interessenten, wenn Verhandlungen scheitern (siehe dazu weiter unten). Es gibt aber zwei Punkte auf Verkäuferseite, die durchaus geeignet sind, Käufer zu vergraulen und auf die man besser verzichten sollte:

Emotionen

Manch ein Verkäufer hängt emotional an seiner Immobilie. Das mag nachvollziehbar sein, vielleicht hat er viele Jahre selbst in Verkaufsobjekt gewohnt, viel investiert etc. Allerdings sind Käufer meist nicht an privaten Geschichten interessiert oder daran, wie schwer dem Verkäufer der Abschied von der Immobilie fällt oder wie wichtig bestimmte Einbauten dem Verkäufer sind. So etwas sollte man besser nicht in ein Verkaufsgespräch einbringen, sondern sich klar darüber sein, dass die Immobilie jetzt am Markt ist und mit anderen Verkaufsobjekten konkurriert. Eine neutrale Haltung ist an diesem Punkt wichtig, hier spielt es keine Rolle mehr, was der Verkäufer an der Immobilie gut findet oder wie er sie gerne weiter verändern würde.

Starre Verhandlungsposition

Manche Verkäufer haben ganz bestimmte Vorstellungen davon, wie die Immobilie verkauft werden soll, zu welchem Preis oder dass etwa eine Einbauküche unbedingt mitverkauft werden muss, die nochmal 10.000 € dazu kostet. Anders verkaufen sie nicht. Eine solche Einstellung kann zum Problem werden. Denn unter Umständen lässt sich eine solche Verkaufsposition nicht durchsetzen und die Kaufinteressenten gehen einfach wieder. Man kann durchaus gewisse Vorstellungen einbringen, muss aber auch registrieren, wenn diese nicht realisierbar sind – und dann flexibel reagieren. Zu starre Verhandlungspositionen können einen Verkauf ungewollt torpedieren.

Solche und ähnliche Fehler gilt es also zu vermeiden. Man sollte auf der Hut davor sein, seine emotionale Verbundenheit mit der Immobilie zu sehr in die Verkaufsgespräche zu verwickeln oder völlig unflexible und unpassende Verhandlungspositionen einzunehmen. Es kann helfen, einen guten Immobilienmakler zu engagieren, der als neutrale Vermittlungsperson gekonnt eine objektive Position wahren kann.

 

6. Anderen Interessenten absagen – Fixierung auf einen bestimmten Kaufinteressenten

Es ist durchaus nachvollziehbar: Man hat einen sympathischen Kaufinteressenten gefunden, mit dem man meint, den Verkauf durchziehen zu können und konzentriert sich deswegen auf ihn. Das ist soweit in Ordnung. Doch viele Verkäufer sagen in diesem Stadium weiteren Interessenten einfach ab, weil sie denken, dass es unbedingt dieser bestimmte Käufer sein muss oder dass der Verkauf mit diesem Käufer ganz bestimmt klappen wird. Möglich; es kann aber auch ganz anders kommen.

Die eiserne Regel ist: Ein Verkauf ist erst dann in trockenen Tüchern, wenn der Kaufvertrag beim Notar unterschrieben ist – keine Sekunde vorher. Bis dahin können die komischsten und unglaublichsten Dinge passieren, die den Verkauf platzen lassen können.

Es ist nicht selten, dass der komplette Verkauf auf den Weg gebracht ist, und er Käufer hat noch am Tag des Notartermins irgendeine Laune und entscheidet sich einfach, nicht zu kaufen. Es kann auch passieren, dass die Bank die Finanzierung nicht bewilligt; so etwas kommt vor, auch wenn die Bonität des Käufers eigentlich in Ordnung ist. Mit solchen oder ähnlichen Vorkommnissen ist der aktuelle Verkaufsprozess erst einmal am Ende.

Wenn man an diesem Punkt weiteren Interessenten schon abgesagt hat, muss man unter Umständen den gesamten Verkaufsprozess inklusive Werbung etc. neu starten. Fast nichts kostet mehr Zeit und Nerven.

Anderen Interessenten sollte man daher nicht absagen, bevor der Verkauf abgeschlossen ist. Stattdessen sollte man weiteren Interessen ehrlich sagen: „Es gibt im Moment einen ernsthaften Interessenten, mit dem der Verkauf aller Voraussicht nach durchgeführt wird. Der Verkauf ist aber noch nicht vollzogen, weitere Interessenten können zum Zuge kommen, wenn der jetzt angestrebte Verkauf nicht klappen sollte.“ So hat man eine gute Möglichkeit, dann nämlich genau auf diese Interessenten zurückkommen, wenn der Verkauf fehlschlägt und kann gleich mit diesen weiter machen. Ein paar weitere Interessenten in der Hinterhand zu haben, ist bei einem Immobilienverkauf nie verkehrt.

 

7. Käufer hofft auf Finanzierung und rennt von Bank zu Bank

Banken sind vor allem seit der letzten Finanzkrise vergleichsweise vorsichtig, wenn es um das Gewähren einer Finanzierung geht und legen strenge Maßstäbe bei der Vergabe von Krediten an. Daher kann es durchaus vorkommen, dass Kaufinteressenten sich bei mehreren Banken bemühen müssen, um eine Finanzierung für einen Immobilienkauf zu bekommen, bis es schließlich klappt.

Manchmal klappt es aber auch überhaupt nicht. Das kann passieren, wenn die Bonität des Klienten schlecht ist, aber auch wenn andere, evtl. unscheinbare Dinge den Kriterien der Bank nicht genügen. Manchmal ist das Versagen einer Finanzierung durch eine Bank objektiv berechtigt, manchmal mutet es fast willkürlich oder unsinnig an, wenn Klienten eine Finanzierung nicht bekommen; ändern lässt sich daran aber meist wenig, wenn die Bank nicht mitzieht.

Bei Immobilienverkäufen kommt es daher vor, dass es ernsthafte Interessenten gibt, die die Immobilie kaufen wollen, die aber noch keine Finanzierungszusage der Bank haben. Die Gefahr liegt für den Verkäufer darin, dass er darauf vertraut, dass der Interessent die Finanzierung bekommen wird und er die Verkaufsbemühungen ansonsten einstellt. Der potenzielle Käufer hofft, er bekommt die Finanzierung, ist aber blauäugig und rennt von Bank zu Bank. Oft vergeht die Zeit, und der Interessent bekommt am Ende keine Finanzierung, was auch immer er anstellt.

Wie immer, wenn die Unterschrift beim Notar noch nicht erfolgt ist, sollte man die Verkaufsbemühungen nicht schleifen lassen, sondern mit weiteren Interessenten weiter machen. Möchte man den Verkauf trotzdem mit einem Interessenten abwickeln, der bislang keine Finanzierung hat, kann man evtl. eine kurze Frist von 1 – 2 Wochen einräumen, in der er sich um die Finanzierung kümmern kann und währenddessen die übrigen Werbemaßnahmen aussetzen. Klappt die Finanzierung dann aber immer noch nicht, sollte man schleunigst mit den Verkaufsbemühungen weiter machen und sich um weitere Interessenten kümmern. Der besagte Interessent kann weiter berücksichtigt werden, sollte er doch noch eine Finanzierung erhalten und der Verkauf nicht bereits mit einem anderen Interessenten abgewickelt werden.

 

8. Käufer hat sich nicht entschieden, sucht weiter und findet etwas anderes

Manche Interessenten sind nicht ganz leicht zu durchschauen oder täuschen dem Verkäufer direkt Interesse vor und lassen ihn in dem Glauben, sie würden tatsächlich einen Kauf in Erwägung ziehen. Es kommt auch vor, dass Interessenten die Wohnung sehen, in Wahrheit überhaupt nicht interessiert sind, und aus „Höflichkeit“ dem Verkäufer ihre Meinung und Absicht nicht sagen. Insgeheim haben sie sich nicht entschieden oder sich bereits gegen einen Kauf entschieden und suchen nach einer anderen, passenderen Immobilie. Der Verkäufer meint, er hätte echte Kaufinteressenten, stellt aber nach Wochen oder Monaten fest, dass es nicht zu einem Verkauf kommt. Evtl. hat der „Interessent“ in dieser Zeit schon anderswo zugeschlagen.

Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Auch hier gilt, dass man den Verkauf vorantreiben sollte – wenn nicht mit diesem Interessenten, dann eben mit einem anderen. Man kann die Gedanken der Leute und ihre wahren Absichten (oder Nicht-Absichten) oft nur erahnen. Aber Interessenten, die sich über längere Zeit nicht melden oder einfach „nicht zu Potte kommen“, wandern auf der Kandidatenliste nach unten. Die Verkaufsbemühungen sollte man mit vielversprechenden Kandidaten fortsetzen, die die Immobilie wollen und eine Finanzierung auf die Reihe kriegen.

 

9. Der Käufer ist ein „Angsthase“

Bei einem öffentlich ausgeschriebenen Verkauf melden sich Menschen mit den verschiedensten Charakteren. Oft sind auch welche dabei, die man, salopp gesagt, in die Schublade „Angsthase“ einsortieren könnte.

Ein Angsthase ist sich nie so ganz sicher. Er ruft zigmal an und hat Fragen über Dinge, die in den meisten Fällen bereits in den Dokumenten und Unterlagen zur Immobilie deutlich beantwortet sind, würde er sie nur lesen. Oder, er liest sie und hat die unmöglichsten Fragen zu jedem Detail. Er ist auf Schritt und Tritt unsicher, möchte alles fünfmal erklärt haben, beansprucht jede Menge Aufmerksamkeit. Eine verbindliche Entscheidung zu treffen, ist für diesen Typen ein Horror.

Meine Erfahrung ist, dass man mit Personen, die so gepolt sind, in den wenigsten Fällen zu einem erfolgreichen Kaufabschluss kommt. Es gibt immer irgendwelche Schwierigkeiten, die erst überwunden werden müssen und am Schluss machen sie evtl. doch einen Rückzieher, wollen nochmal überlegen und kaufen dann doch nicht, weil vielleicht irgendetwas nicht passen könnte.

Viel Mühe in den Umgang mit Personen dieses Schlags zu investieren, lohnt sich meist nicht. Man sollte seine Aufmerksamkeit lieber Kaufinteressenten schenken, die wissen, was sie wollen, die ernsthaft interessiert sind und im besten Falle von sich aus dranbleiben.

 

10. Befreundeter „Fachmann“ pfuscht beratend dazwischen

Manchmal hat man es nicht nur mit dem eigentlichen Interessenten direkt zu tun, sondern es gibt noch „beratende“ Personen im Hintergrund, die „sich auskennen“.

Man kann hier nicht alle auftretenden Situationen in einen Topf werfen. Manchmal kommt eben noch jemand mit zur Besichtigung und stellt berechtigte Fragen, redet etwas mit dem eigentlichen Interessenten und macht sinnvolle Bemerkungen. Manchmal aber sind solche mitgebrachten Freunde und „Fachmänner“ alles andere als konstruktiv, wenn sie einfach nur mitgebracht sind, um Fehler zu finden und den Interessenten mehr oder weniger nur verunsichern.

Auch hier zeigt die Erfahrung, dass es oft nicht besonders fruchtbar ist, viel Aufmerksamkeit auf solche Interessenten zu verwenden. Man kommt mit ihnen vielleicht sogar bis zum Entscheidungspunkt, und sie müssen nochmal bei ihrem „befreundeten Fachmann“ rückfragen, sind verunsichert und schließlich kommt der Verkauf mit ihnen nicht zustande.

Die erfolgversprechendere Variante ist, sich auf die weiteren Interessenten auf der Liste zu konzentrieren, die ohne einen „befreundeten Fachmann“ auskommen.

Interessent bringt Gutachter oder Architekt mit

Etwas anders ist der Fall unter Umständen gelagert, wenn der Interessent einen Architekten oder Gutachter zur Besichtigung mitbringen will oder eine Zweitbesichtigung mit einem Gutachter möchte. Denn dann sind es meist ernsthafte Interessenten, die schon mal bereit sind, Geld in einen Gutachter zu investieren, um eben vor dem Kauf noch letzte Zweifel auszuräumen. Natürlich wird der Gutachter oder Architekt die Immobilie im Sinne des Interessenten, der ihn engagiert hat, in Augenschein nehmen und evtl. auf Makel oder preismindernde Faktoren aufmerksam machen. Es mag sein, dass es dann Versuche gibt, den Preis zu drücken.

Auch wenn der Interessent in die engere Auswahl für einen Kauf kommt, sollte man keine voreilige Zusage machen, vor allem wenn der Preis gedrückt wird. Stattdessen sollte man dann diplomatisch darauf hinweisen, dass es noch mehr Interessenten gibt, denen man die Chance geben möchte, ein Angebot zu machen.

 

11. Es tauchen Mängel auf

Bei den meisten Immobilien, wenn es sich nicht gerade um makellose Neubauobjekte handelt, werden bei einem Verkauf wohl eine Reihe von mehr oder weniger gravierenden Mängeln festzustellen sein.

Bei Immobilienverkäufen gilt, wie bei einem Autokauf oder sonstigen Kaufverträgen im Alltag das Prinzip „Gekauft wie gesehen“. Das heißt, ein Immobilienkäufer kauft ein Objekt inklusive aller Mängel, wie er sie bei der Besichtigung ja sehen konnte. Eine nachträgliche Gewährleistungspflicht durch den Verkäufer beseht nur sehr begrenzt, beispielsweise im Fall von versteckten Mängeln oder bei arglistiger Täuschung, im Normalfall aber nicht.

Das Beste ist daher, alle Fehler und Mängel der Immobilie offen und ehrlich zu benennen, das fängt schon beim Exposé an und geht bei der Besichtigung weiter. Man wird als Verkäufer zwar nicht die Mängel herausheben und deren Bedeutung betonen, aber auch nicht deren Existenz verschweigen. Ein ehrlicher Umgang damit erhöht in den meisten Fällen sogar das Vertrauen der Kaufinteressenten.

Manche Verkäufer denken, dass sie Mängel vielleicht besser irgendwie kaschieren sollten, um so einen besseren Verkaufspreis rauszuschlagen. Tricksereien zahlen sich aber selten aus und werden früher oder später sowieso meistens entdeckt. Die Interessenten, die die nicht genannten Mängel bemerken, werden misstrauisch und ziehen sich zurück, oder sie versuchen den Preis zu drücken. Verhandlungen werden schwieriger, wenn nicht gar unmöglich. Von Tricksereien ist also gänzlich abzuraten.

Falls ein Verkauf mit einem kaschierten Mangel dennoch klappen sollte, kann das auch als Boomerang zurückkommen. Denn kann dem Verkäufer später eine arglistige Täuschung nachgewiesen werden, kann er zu Schadensersatz verpflichtet werden, im Extremfall kann sogar der komplette Verkauf angefochten und dann rückabgewickelt werden. Der Super-Gau.

Hin und wieder tauchen bei Besichtigungen oder Prüfungen der Immobilie auch Mängel auf, von denen man als Verkäufer selbst noch gar nicht wusste. In solchen Fällen muss man eben schauen, was funktioniert. Evtl. sollte man den neuen Mangel schnell selbst beheben bzw. beheben lassen, oder man nimmt ihn in die Mängelliste auf und zeigt sich beim Verkaufspreis flexibel. Oder aber man findet bei genügend Interessenten einen, dem dieser spezielle Mangel nichts ausmacht.

 

Fazit:

Es gibt viele Möglichkeiten, wie ein Verkauf scheitern kann. Ein Fachmann kennt sie alle. Für einen erfolgreichen und stressfreien Immobilienverkauf im Raum München ist Fischer Immobilien, Immobilienmakler München, Ihr zuverlässiger Ansprechpartner.

Herzlichst,

Rainer Fischer

Rainer Fischer, Immobilienmakler für München und Umgebung
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Rainer Fischer ist seit fast 25 Jahren als ein seriöser Immobilienmakler in München tätig und hat in diesem Zeitraum an die 1.000 Immobilien verkauft. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung bietet er Immobilienbesitzern seine professionelle Hilfe für einen stressfreien Immobilien Verkauf an. Rufen Sie ihn an Tel. +49 89-131320 oder senden Sie ihm eine E-Mail über unsere Kontakt Seite.


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