Fachartikel zum Thema Immobilien
11 häufige Fehler beim Immobilienverkauf
1. Preis:
Häufig ist es eine falsche Informationsquelle oder falsch interpretierte Preise für bestimmte Immobilien und Lagen. Als Beispiel gibt es hier den Index der Süddeutschen Zeitung, welcher die Angebotspreise repräsentiert. Zu welchem Preis die jeweilige Immobilie, welche in diesem Index statistisch erfasst wird tatsächlich verkauft wird und ob überhaupt, ist natürlich völlig unbekannt. Ich persönlich nehme solche Indexe nicht einmal als Richtwert. Als Richtwert am besten geeignet ist meiner Meinung nach der Jahresbericht des Gutachterausschusses der Stadt München in der Implerstraße. Der Bericht kostet aktuell € 40,- und unterteilt nach Lage, Baujahr, Art der Immobilie, usw. Er kann von jedem bestellt werden. Wer will kann als zusätzlichen Maßstab dann noch den Plötz Immobilienführer hinzunehmen, der meiner Beobachtung nach häufig aber nicht immer richtig liegt. Dann gibt es natürlich noch die Themen Renovierungszustand und Angebot-Nachfrage-Verhältnis, welche die Preisbildung mit beeinflussen.
2. Werbung:
Nur im Immobilienscout zu inserieren kann den Verkauf bewerkstelligen. Es gibt aber noch zahlreiche gute andere Internetplattformen, wie z. B. Immonet, Immowelt, Sueddeutsche.de, usw. Da ich persönlich mit 6 Plattformen arbeite, kann ich nur sagen, dass jede davon ihre Daseinsberechtigung hat und Verkäufe übers Internet bei mir ca. zur Hälfte über den Immobilienscout, die andere Hälfte über die anderen Plattformen stattfinden. Die lokalen Anzeiger sind nicht zu unterschätzen, ebenso die Süddeutsche Zeitung Druckversion bei höherpreisigen Immobilien. Wer will kann auch noch Zettel in der Nachbarschaft verteilen, usw. Wir arbeiten mit 5 Werbestrategien für den Verkauf und möchten auf keine verzichten - „Viele Wege führen nach Rom“. Aber sicher sind manche besser als andere.
3. Bilder:
Bei Sonnenschein aufgenommene Außenbilder und gut belichtete, am Tag aufgenommene Innenbilder und nachbearbeitete Grundrisse machen es dem Interessenten leichter sich mit einer Immobilie anzufreunden. Die vom Verkäufer aufgewendete Zeit ist gut investiert.
4. "Hingehalten werden":
Manche Kaufinteressenten hoffen mehr auf eine Finanzierung, als dass es wirklich machbar ist. Daher der Tipp: Mit den Verkaufsaktivitäten solange weitermachen, bis auf dem notariellen Kaufvertrag die Tinte trocken ist.
5. Finanzierungsnachweis:
Einen Zweizeiler von der Bank, der die Zahlungsfähigkeit des Käufers bestätigt, ist in der Regel kein Problem zu bekommen. Sorgen Sie dafür, dass Sie ihn vor der Unterschrift bekommen. Rückabwicklungen sind ärgerlich und kosten Geld.
6. Erreichbarkeit:
Manche Immobilienbesitzer haben eigentlich keine Zeit für den Verkauf. Wenn Sie den Verkauf selbst übernehmen wollen, sorgen Sie dafür, dass man Sie gut erreichen kann. Telefonisch, per Email und per Fax. Sonst gehen ihnen Interessenten verloren und Sie wissen nicht einmal wie viele.
7. "Schöner Wohnen":
Der Immobilienkauf ist für den Erwerber keine rein auf Fakten beruhende Angelegenheit. "Lage x m² Preis ergibt den Kaufpreis" ist nur bedingt richtig. Sauberkeit von Bad, Böden, Fenster und bei bewohnten Immobilien "gute Ordnung" tragen zum Verkauf bei, genauso wie der gemähte Rasen, usw. Haben Sie schon mal etwas gekauft, weil es einfach einen "Aha-Effekt" oder ein "Wow" hatte? Bereiten Sie Ihre Immobilie für den Verkauf vor. Ihr Bankkonto wird es Ihnen danken.
8. Makler:
Wenn Sie sich für den Verkauf über ein Immobilienbüro entscheiden, lassen Sie sich das Konzept genau erklären. Was unterscheidet ihn von anderen? Wenn er teurer ist, warum ist er dass und was bietet er dafür, dass dies rechtfertigt.
9. Schriftliche Angaben:
Absichtliche oder unabsichtlich gemachte Falschangaben fegen das Vertrauen des Kaufinteressenten hinweg. Achten Sie auf korrekte Quadratmeterangaben und weisen Sie trotzdem daraufhin, dass Sie dafür nicht haften. Wenn nötig, helfen Sie dem Kaufinteressenten beim ausmessen. Das ist für Sie nur von Vorteil. Geben Sie auch das korrekte Wohngeld genau an, wie z.B. € 223,50.
10. Besichtigungszeit:
Jede Immobilie hat eine Zeit, wann man sie am besten besichtigt. Eine Ostterrasse an einem Sommerabend zu zeigen ist sicher nicht verkaufsfördernd. Generell gilt: Mogeln Sie nicht, aber präsentieren Sie Ihre Immobilie so gut es geht.
11. Unterlagen:
Pläne, Abrechnungen, usw., sollten für den Interessenten in kopierter Form bereitliegen. Bei Eigentumswohnungen hat unsere „Liste der benötigten Unterlagen“ 9 Punkte. Der Interessent möchte sich mit der Immobilie bei Interesse intensiv auseinandersetzen können und nicht „die Katze im Sack kaufen“.
Auch wenn die oben genannte Liste vielleicht nicht vollständig und rein subjektiv ist (mein persönlicher Gesichtspunkt, Sie können mich dafür nicht regresspflichtig machen), so ist es doch die Beobachtung aus 16 Jahren Erfahrung im Verkauf und über 600 Vermittlungen von Wohneigentum, die hier hineinfließt.
Rainer Fischer, 10. Juni 2008
Rainer Fischer Immobilien, Rotkreuzplatz 2a, 80634 München, Telefon 089-131320, Fax 089-133424, rainer(at)immobilienfischer.de www.immobilienbesitzer-muenchen.de



